Häuser der Familien - Mehrgenerationenhäuser

Was sind Häuser der Familien?

Häuser der Familien sind Anlaufstellen und Orte für Familien. Sie stehen allen offen: Eltern, Alleinerziehenden, Kindern und Jugendlichen, Großeltern und allen Menschen, die Familien unterstützen. In Rheinland-Pfalz gibt es in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt mindestens ein Haus der Familie.

Die Häuser der Familien sind nicht alle gleich. Sie sind aus verschiedenen Einrichtungen - wie Familienbildungsstätten, Kindergärten, Senioreneinrichtungen, Jugendzentren oder Nachbarschaftstreffs - entstanden. Im Kern geht es immer um Information, Beratung, Bildung, Kommunikation und Selbsthilfe. Da das Landesprogramm "Haus der Familie" auf dem Bundesprogramm "Mehrgenerationenhäuser" aufbaut, sind die ersten Häuser der Familien auch Mehrgenerationenhäuser.

Unser Landesprogramm „Häuser der Familien“ erweitert das Bundesprogramm um eine spezifische inhaltliche Ausrichtung. Das Haus der Familie ist nicht nur ein Treffpunkt für verschiedene Generationen. Es wird vielmehr zu einem Kristallisationskern für vielfältige Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien.

Wie werden die Häuser der Familien unterstützt?

Das Land unterstützt diese Ausrichtung zusätzlich zur Bundesförderung mit einer Anschubfinanzierung für jedes Haus der Familie. Für die ersten 36 Häuser wurden von 2006 bis 2009 insgesamt 720.000 € bereit gestellt. Die Förderung von Familien, den Lebens- und Entfaltungsraum von Familien zu sichern und ihre Lebensbedingungen zu verbessern, ist weiterhin ein Schwerpunkt der rheinland-pfälzischen Familienpolitik sein. Das Landesprogramm „Häuser der Familien“ wird daher auch über das Jahr 2008 hinaus mit einem stetigen Ausbau von Einrichtungen fortgesetzt. Im Jahr 2009 wurden sieben neue Einrichtungen in das Landesprogramm aufgenommen, die über drei Jahre mit einem Betrag von jährlich bis zu 25.000 Euro gefördert werden. In 2010 ist das Landesprogramm auf 45 Häuser der Familien ausgebaut worden. Die Entwicklung der Häuser der Familie in Rheinland-Pfalz wird zudem wissenschaftlich begleitet und durch Beratung unterstützt.  

Neues Zertifizierungsverfahren

Für die Einrichtungen, die im Laufe des Jahres 2011 keine Anschubförderung aus Landesmitteln für den Betrieb ihres Hauses der Familie mehr erhalten, startet ab 1. Juli 2011 ein dreijähriges Zertifizierungsverfahren. Mit diesem Verfahren möchten wir sicherstellen, dass das Landesprogramm modellgetreu umgesetzt und bedarfsgerecht weiterentwickelt wird. Das Verfahren wurde in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Häuser der Familien, der Kommunen, der Träger und der wissenschaftlichen Begleitung erarbeitet.

Mit der wissenschaftlichen Beratung und Begleitung des Zertifizierungsverfahrens im Rahmen des Landesprogramms Häuser der Familien ist das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz, ism, beauftragt.

Die Teilnahme an der Zertifizierung der Häuser der Familien kann mit einer jährlichen Landeszuwendung von bis zu 5.000 € gefördert werden.

Mehr zum Zertifizierungsprozess

Was sind die Ziele der Häuser der Familien?

  • Die Verbesserung des Zugangs zu Beratung und Bildung durch die Zusammenführung unterschiedlicher Bildungs- und Beratungsangebote „unter einem Dach“
  • Die kompetente Information über vorhandene Einrichtungen und Dienste für Familien
  • Die Unterstützung bei der Bewältigung von Familienaufgaben durch die Bereitstellung von Alltagshilfen, z.B. durch Hausaufgabenhilfe, einen Mittagstisch oder Altenbetreuung
  • Die Förderung von Kommunikation und Selbsthilfe, indem Familien sich je nach Interessen und Möglichkeiten einbringen können
  • Das Haus der Familie übernimmt auch die Lotsenfunktion“, indem es Familien qualifiziert an dere Träger und Einrichtungen vermittelt
  • Das Haus der Familie bindet sich gezielt auch an andere Landesförderprogramme an, die hinsichtlich Zielrichtung und Qualitätsmerkmale Gemeinsamkeiten aufweisen

Wie entstehen Häuser der Familien?

Eine oder mehrere Einrichtungen oder Träger müssen die Initiative ergreifen und ein Konzept entwickeln. Ziel ist, möglichst viele der vorhandenen familienbezogenen Dienstleister „ins Boot zu holen“. Dabei geht es nicht darum, tatsächlich alle Angebote unter einem Dach zu vereinigen. Wichtig ist vielmehr, dass das Vorhandene so miteinander verbunden wird, dass Familien die notwendigen Informationen erhalten und es leicht haben, die gesuchten Angebote zu erreichen.

Konzepte für Häuser der Familien werden in enger Zusammenarbeit mit den Jugendämtern entwickelt und von ihnen dann auch entsprechend unterstützt.

Die Aktivierung ehrenamtlicher Mitarbeit ist ein wesentliches Element der Häuser der Familien. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten in den Häusern der Familien nähere Informationen über Beteiligungsmöglichkeiten.

Wo gibt es in Rheinland-Pfalz bereits Häuser der Familien?

In Rheinland-Pfalz gibt es 45 Häuser der Familien in allen 24 Landkreisen und 12 kreisfreien Städten. So finden Sie das Haus der Familie in Ihrer Nähe: Online-Suche RLP

Wie arbeiten die Häuser der Familien?

Häuser der Familien sind nie fertig, sie sind immer ein dynamisches Projekt mit großer Offenheit für immer wieder neue thematische Schwerpunkte, neue Angebotsformen und neue Kooperationen.

Gerade in ländlichen Regionen kommt es darauf an, neue Zugänge zu Familien und Menschen zu finden, die von Angeboten und Diensten bisher gar nicht oder nur schwer erreicht werden konnten.

Weitere Informationen zum Aktionsprogramm "Mehrgenerationenhäuser" des Bundes erhalten Sie unter www.mehrgenerationenhaeuser.de