Vereinbarkeit Beruf & Familie für Väter
Männer in Familie und Beruf
Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt auch für immer mehr Väter eine wichtige Rolle. Der deutliche Anstieg der „Vätermonate“ zeigt, dass sich auch Männer aktiv in das Leben ihrer Familie einbringen wollen. Viva Familia setzt sich dafür ein, dass mehr Männer die Möglichkeit erhalten, Familie und Beruf „unter einen Hut zu kriegen."

Aktive Männer braucht das Land
Väter stehen heute in doppelter Hinsicht unter großem Druck. Einerseits verlangt die berufliche Arbeit Flexibilität, Mobilität und Verfügbarkeit. Andererseits wollen immer mehr Väter aktiv am Leben ihrer Familie teilhaben und nicht nur ein „Feierabend-, Wochenend- und Urlaubspapa“ sein. Nach einer Umfrage der Hessenstiftung wird nur jeder vierte Vater seinen eigenen Ansprüchen an Vaterschaft gerecht.
Die steigende Zahl der Elterngeldanträge zeigt, dass immer mehr Väter die Erziehung der Kinder mit gestalten möchten. Für Kinder, die zwischen Januar und Februar 2008 in Rheinland-Pfalz geboren wurden, haben 13,5% der Väter Elterngeld in Anspruch genommen.

Bewusstseinswandel schaffen
Während Vereinbarkeit für Mütter schon in vielen Köpfen verankert ist, gelten Väter, die ihre Arbeitszeiten familienbewusst ausrichten, häufig noch als „Exoten“. Darüber hinaus befürchten Väter oft Nachteile im beruflichen Alltag, wie einen Karriereknick oder fehlendes Verständnis des Arbeitgebers. Wir brauchen deshalb einen Bewusstseinswandel bei Arbeitgebern, in der Öffentlichkeit, aber auch bei jedem Einzelnen, um eine aktive Vaterschaft zu fördern. Die Landesregierung hat in enger Zusammenarbeit mit den Handwerks- und Industrie- und Handelskammern sowie den Wirtschaftsjunioren Initiativen auf den Weg gebracht, die eine familienbewusste Personal- und Unternehmenspolitik voranbringen.
audit berufundfamilie
Das audit berufundfamilie der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, das Unternehmen auf Familienfreundlichkeit überprüft und eine familienbewusste Personalpolitik zertifiziert, wird ebenfalls von der Landesregierung unterstützt. Seit 2005 wurden bisher insgesamt 143 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen in Rheinland-Pfalz zertifiziert (Stand Januar 2010).
Regionalkonferenzen
Veranstaltungen wie Regionalkonferenzen und Kongresse, die durchgeführt werden, sind Mosaiksteine und ergeben zusammen mit vielen anderen Maßnahmen ein Gesamtkonzept, wie eine familienbewussten Arbeitswelt in Rheinland-Pfalz gefördert wird.

Vereinbarkeit Beruf und Familie
Nicht nur die Betreuung von Kindern, auch die Pflege von älteren Familienangehörigen kollidiert häufig mit beruflichen Anforderungen. Angesichts der demografischen Entwicklung und einer höheren Frauenerwerbstätigkeit werden künftig verstärkt auch Männer Pflegeaufgaben innerhalb der Familie übernehmen. Auch hier gilt: Familienbewusste Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, Telearbeit, Teambesprechungen, "Notfallkindergärten" und vor allem Führungskräfte, die familienbewusste Arbeitsstrukturen im Unternehmen fördern, schaffen ein Klima, in welchem Männer selbstbewusst auch als aktive Familienväter auftreten können.
Unternehmen profitieren
Männer und Frauen, denen eine Balance zwischen Job und Familie gelingt, sind motivierte und zufriedenere Mitarbeiter. Die Zufriedenheit der Angestellten zahlt sich für die Unternehmen durch eine Reduzierung der Krankheits- und Ausfallzeiten sowie die Einsparung von Einarbeitungskosten aus. Unternehmen, die in Mitarbeitergewinnung und -bindung zukunftsorientiert sind, werden mit familienfreundlichen Maßnahmen punkten können, denn immer mehr, vor allem hoch qualifizierte, Arbeitnehmer entscheiden bei der Arbeitsplatzwahl auch nach „weichen“ Kriterien, wie z. B. flexiblen Arbeitszeiten.

Gemeinsam Familie und Beruf vereinbaren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht Frauen und Männer an! Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht nur ein individuelles sondern auch ein gesellschaftliches Thema. Der Weg zu diesem Ziel kann durchaus viele Facetten haben. Kleine und mittelständische Unternehmen werden andere Wege gehen als Großunternehmen und die Vernetzung aller Akteure vor Ort, beispielsweise über Lokale Bündnisse für Familien, ist in jedem Fall sinnvoll. Der Wunsch von Frauen und Männern, Familie und Beruf miteinander in eine gute Balance zu bringen, muss in Wirtschaft und gesellschaftlicher Öffentlichkeit eine Selbstverständlichkeit werden. Gewinner sind letztendlich alle: Mütter, Väter, Kinder, Arbeitgeber und unsere ganze Gesellschaft!

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Weiterführende Links und Literatur:
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Elterngeld ein Jahr nach Einführung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft akzeptiert
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Lasst die Väter ran!
- Projekt des Deutschen Jungendinstitutes (DJI): Wege in die Vaterschaft: Vaterschaftskonzepte junger Männer
- Allensbach-Studie: Einstellungen junger Männer zu Elternzeit, Elterngeld und Familienfreundlichkeit im Betrieb von 2005
- Innovative Arbeitszeitmodelle für Rheinland-Pfalz: zeitzeichen-rlp.de
- Dr. Peter Döge: Männer - auf dem Weg zu aktiver Vaterschaft?
- Rotraut Oberndorfer und Harald Rost: Auf der Suche nach den neuen Vätern
- Prof. Dr. Jutta Rump und Silke Eilers: Beschäftigungswirkungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung
- Prof. Dr. Jutta Rump et. al.: Beruf und Familie – Anregungen aus der Wirtschaft
- Prof. Dr. Norbert Schneider et. al.: Familienpflege und Erwerbstätigkeit – Eine explorative Studie zur betrieblichen Unterstützung von Beschäftigten mit pflegebedürftigen Familienangehörigen
- Prof. Dr. Norbert Schneider et. al.: Und es lohnt sich wirklich! – Familienfreundliche Maßnahmen in der betrieblichen Praxis: Gemeinsam handeln- gemeinsam profitieren
- Erfolgsgeschichten Väter und Beruf: vaeter.de
- Best Practice Beispiele aus Rheinland-Pfalz
- Die Aktion „Das mache ich mit (Groß-)Papa am liebsten“ auf der Landesgartenschau in Bingen
Die Fotografen der Bilder: Heike Rost und Alfed Harder
